Dienstag, der 24. Oktober 2017
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Der Artesienbrunnen


Schon die ersten Siedler, die aus einem regenreichen Gebiet mit sauberen Quellen und Flüssen kamen, waren bei ihrer Ankunft in Sanktmartin enttäuscht von dem schlechten Trinkwasser. Verunreinigtes Wasser war auch die Hauptursache für die Choleraepidemien der Jahre 1738 und 1873. In Anlehnung an die Traditionen der Puszta wurden in Sanktmartin Ziehbrunnen errichtet. Fast vor jedem Haus stand so ein Brunnen. Die Bemühungen um eine bessere Trinkwasserversorgung führten dazu, dass 1910 ein Tiefbrunnen gebohrt werden musste. Der Brunnenbauer Samuel Soos aus Hodmezövasarhely bekam den Auftrag dazu. (Hodmezövasarhely zwischen Szeged und Gyula ist vielen als Drehort für den Film „Ich denke oft an Piroska“ bekannt.) Die Arbeiten begannen am 17. März 1910 und dauerten ein Jahr lang. In einer Tiefe von 410 m wurde man fündig. Die Bohrung kostete die Gemeinde 13 000 Kronen. Der artesische Brunnen versorgte ab da das Dorf mit bestem Trinkwasser und wurde zum Mittelpunkt im Dorfgeschehen, zumal sich hier Jung und Alt traf. Beim täglichen Wasserholen konnte man so manche „Neuigkeit“ erfahren, die von hier aus dann ihre Runde durchs Dorf machte.
Über 70 Jahre versorgte der Brunnen die Sanktmartiner mit frischem Wasser, bis er Ende der 1980ger langsam versiegte und bis in den letzten Jahren zu einer Müllgrube wurde. Im Jahre 2017 bemühte sich die Gemeinde Matscha mit ihrem Bürgermeister Ciprian Otlacan den Brunnen wieder in Schwung zu bringen. Mit Hilfe einer Elektrischen Pumpe gelang es der Gemeinde wieder unser gutes Wasser zu fördern. Viele Sanktmartiner die im Sommer in der alten Heimat verweilten waren von der Qualität des Wasser beeindruck und teilten uns mit „Schmeckt genauso gut wie wir es von früher kennen“.
Was uns Sanktmartiner besonders beeindruckt ist die Tafel am Brunnen. Sie zeigt das Jahr an als er gebohrt wurde (1910) die Tiefe der Bohrung (410 Meter) sowie Neu renoviert 2017, dann in Rumänisch und Deutsch „ APA POTABILA - TRINKWASSER“.
Anbei Bilder:

Fotos: Peter Wilhelm Kempf

Bernhard Fackelmann

Vorsitzender der Samatimer HOG.