Sonntag, der 20. Januar 2019
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DIE MATSCHAMER

 

75 Jahre nach der Ansiedlung  Sanktmartins war die gesamte Bodenfläche aufgeteilt und man begann außerhalb der Gemeindefläche Grund und Boden zu kaufen. Zuerst zog man nach Lököshaza, im Jahre 1820 zogen die ersten nach Matscha. Die erste Familie waren Josef Weldin und Rosalia Deutsch.
Die Ortschaft  Matscha (Macea) existierte schon weit vor der Besiedlung  Sanktmartins und ist seit 1380 bezeugt. Nach dem Friedensvertrag von Passarowitz (1718) war der Ort Eigentum der Familie Edelsbacher. Später ging sie an die  Familie Csernovics über. Grundherr Peter Csernovics de Macsa et Kisorosz (1813-1892) ließ  eine geräumige Kapelle zwischen 1855-1858 errichten die der Heiligen Eleonora geweiht wurde. Der spätere Grundherr Karoly ließ im Jahre 1896 eine neue Kirche bauen da die alte Kapelle im Laufe der Jahrzehnten zu klein geworden war, denn die röm.-kath. Einwohner stiegen von 26 Personen im Jahre 1825 auf 984 Personen im Jahre 1892. Die ersten Sanktmartiner siedelten am Rande von Matscha an wo später die gesamte Straße die „Teisch Gossn“ die Deutsche Gasse entstehen wird und bis nach der Revolution 1989 so bleiben wird. Am Ende dieser Gasse errichteten Sie den katholischen  Friedhof.

1920 wurde die Filiale Matscha zur Kuratie erhoben, zuvor war sie eine Filiale  von Sanktmartin. Ihr erster Seelsorger war Josef Springer 1921-1923, es folgen: Johann Kreuter 1923-1941, Ernst Heitschel 1941-1952, Nikolaus Kleininger 1952 und Johann Korner 1952-1978. Unter  Pfarrer Johann Korner wurde 1974 die Kirche grundlegend renoviert und das Innere der Kirche neu gestaltet wie man sie heute noch sehen kann. Nach 1978, mit Auflösung der Kurie, kamen die Priester wieder aus Sanktmartin.

Am 11. Oktober 1896 wurde die heutige Kirche von dem Tschanader Bischof Alexander Dessewffy zu Ehren der hl. Elisabeth feierlich eingeweiht.  



Hauptaltar „Die hl. Elisabeth“

Im gleichen Jahr 1207, als der „Sängerkrieg“ auf der Wartburg stattfand, wurde Elisabeth, Tochter von König Andreas II. von Ungarn und der Gertrud von Kärnten-Andechs-Meran geboren. Als Elisabeth vier Jahre alt war wurde Sie, unter Einfluss der politischen Interessen von Papst Innozenz III. und einer Koalition die gegen Kaiser Otto IV. war, mit dem damals elf Jahre alten Thüringer Landgrafensohn Hermann verlobt und zur deutschen Erziehung nach Thüringen gebracht. Hermann starb aber 1216, ein Jahr später sein Vater. So kam es, dass der jüngere Bruder Ludwig, nachdem er volljährig geworden war, 1218 Landgraf Ludwig der IV wurde. Ludwig verliebte sich in die schöne Elisabeth, die am Hofe durch Frömmigkeit und Sittsamkeit aufgefallen war. 1221 als Elisabeth 14 Jahre alt war, wurde die Hochzeit gefeiert. Aus der glücklichen Ehe gingen drei Kinder hervor. 1225 kamen die ersten Franziskaner nach Eisenach. Deren Ideal von befreiung  von Besitz  übte großen Einfluss auf Elisabeth aus. Sie unterstützte Klöster und kümmerte sich selbst um Bedürftige und obwohl von Ihrem Mann unterstützt, wurde es von Seiten der Familie skeptisch betrachtet. Wundersame Ereignisse fanden im Leben der hl. Elisabeth statt. Einen Aussätzigen, den sie zur Pflege in ihr Bett hat legen lassen, wurde aufgedeckt, aber statt Elisabeth zu ertappen wurde das Bild des gekreuzigten Christus gesehen. Im Hungerjahr 1226, als sie alles Korn austeilen ließ, wurden heftige Vorwürfe erhoben, da bedeckte sich plötzlich der ganze Saal mit Korn und füllte die Kammern. Nur das Rosenwunder wurde weder in der Legende noch in ihrer Lebensbeschreibung verzeichnet. Ludwig wurde wegen Elisabeths „Verschwendung“ aufgehetzt, trat seiner Frau, die mit einem Brot gefüllten Korb die Burg herabstieg, mit der Frage entgegen: „Was trägst Du da“, deckte den Korb auf und siehe es waren lauter Rosen. Ludwig starb im dritten Kreuzzug im Jahre 1225 in Otranto. Nach seinem Tode wurde Elisabeth mit ihren drei Kindern von ihrem Schwager Heinrich Raspe von Wartburg vertrieben. In Eisenach lebte sie zuerst in einem Schweinestall, bevor sie beim Bischof von Bamberg Aufnahme fand. Dieser wollte sie mit Kaiser Friedrich vermählen aber Elisabeth lehnte ab. Auf Betreiben von Papst Gregor IX wurde ihr Witwengut herausgegeben. Elisabeth lebte aber aus Überzeugung  ganz arm, ging von Tür zu Tür betteln und wollte auf ihren Reichtum verzichten. Ihr Beichtvater Konrad hinderte sie am Verzicht um das Vermögen zu retten. Mit diesem Vermögen errichtete sie daraufhin 1229 in Marburg ein Spital, nannte es nach Franziscus und arbeitete als Pflegerin bis zu ihrem Tode. 1231 erkrankte sie und verschenkte ihre letzten Sachen. Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren und wurde in ihrem Franziskanerhospital in Marburg bestattet. Elisabeth wurde schon am 27. Mai 1235, am Pfingsttag, durch Papst Gregor IX. in Perugia heiliggesprochen. Seit dem 19. Jahrhundert erlebte Elisabeths Verehrung neuen Aufschwung mit romantischer Verklärung ihres Tuns, besonders das „Rosenwunder“ und so ist es auch zu erklären warum die Matschamer Elisabeth zu ihrer Schutzpatronin der  Katholischen Gemeinde ernannten.

 Am 19. November,  am Tag der hl. Elisabeth, feiern die Matschamer  ihr Kirchweihfest.

 Bauernregeln: St. Elisabeth sagt es an was der Winter für ein Mann.

 

                                           Altar  und…..                                                    Orgel.

Laut Recherchen von Dr. Franz Metz sollte 1941 eine Orgel von der Firma Wegenstein erbaut werden. Von der Planung dieser Orgel sind einige Briefe erhalten geblieben. Doch steht heute keine Orgel da als wie nur die Orgelempore. Es ist anzunehmen, dass durch die Kriegsgeschehnisse dieser Orgelbau nicht mehr ermöglicht werden konnte. Das Harmonium, auf der Orgelempore in Matscha, ist von Peter Titz aus Wien.

          

            Die Seitenaltäre: Herz Jesu  und…..                        ….. Maria Lourdes

 

Haupt und Seitenaltäre

 

 Friedhofseingang

  

   Friedhofskreuz                                                            ….. und Gräber

 

Das Csernovics Kastell

1720 erhielt die serbische Adelsfamilie Csernovics vom österreichischen Kaiserreich  die Ritterschaft. 1724 erhielt Michael Csernovocs mehrere Bereiche einschließlich  Matscha. Die rumänische Bevölkerung war, wie die Mehrheit der Ungarn noch Leibeigene. Im gleichen Jahr begann die Arbeit an einem Wohnsitz der Csernovics. 1745 hatte das Schloss nur einen Flügel, der Osten. 1793 erhielt der Neffe Michael Lazar Csernovics den Titel eines Grafen. 1804 war Paul Mace Csernovics der neue Domain Inhaber. Er organisiert die neue Residenz.  Sein Sohn Peter brachte, nach einer Reise im Nahen Osten, exotische Bäume unter welchen auch einen Ginko Biloba Baum, mit. Er ist es auch der der das Schloss  bei einem Kartenspiel verliert. 1862 ist Karoly Nagy der neue Besitzer. Er erweitert das Schloss und lässt einen 30 Meter hohen Turm bauen. Sohn Tibor bewohnt nun ein Schloss mit 99 Zimmern. 1900 wird Gyula Karoly der neue Herr und tritt nach der Annexion Siebenbürgens  1920  an Rumänien zurück. 1930 kauft der Arzt  Iancu Adam das Schloss, verliert es aber 1948 durch Enteignung an den rumänischen Staat. Nach 1948 dient das Schloss als Weißenhaus, Heim für Blinde und schließlich Schule für Behinderte und Sitz der LPG. Nach der Revolution 1991 wird es Botanischer Garten und wird von der Universität „Vasile Goldis“ gekauft.

 

Feldarbeit, im Hintergrund Kath. Kirche und Schloss

Auch die Matschamer Jugend zog 1941 in den Krieg. Von 980 Deutschen bei der Volkszählung 1940 starben in der Rumänischen Armee 11 Personen: Fackelmann Adam geb. 1917 verst. 1941 Russland   Fackelmann Josef geb.1919 vermisst 1942 Stalingrad; Fackelmann Martin geb. 1920                                    Fackelmann  Michael geb. 1919  verst. 1941 Russland; Haas Martin geb. 1920 ertrunken im Fluss Olt, Haas  Stefan geb. 1913 verst. 1941 Ukraine ; Karl Johann geb. 1914  vermisst 1944 ;                               Karl Josef geb. 1919 verst. 1942 Stalingrad; Kempf Franz geb. 1919 vermisst in Russland;                Leiser Stefan geb. 1903 vermisst  Russland, Vater von Leiser Stefan (deutscher Soldat); Teubert Josef geb. 1919 verst. 1942  Sewastopol /Ukraine. In der Deutschen Arme verstarben weitere 14 Personen: Andrekowits  Franz geb. 1903 verst. in Serbien 1943; Brenner Stefan geb. 1926 vermisst 1945 schehoslovakei;  Eisenbeil  Karl geb. 1924 vermisst; Freisinger Martin geb. 1905  verst. im Lager Gefangener Frankreich; Leiser Stefan geb. 1927 vermisst; Schmidt Johann geb. 1929 verst. 1946 russische Gefangenschaft; Schmidt Josef geb. 1902 verst. 1944 Serbien; Schneider Josef geb.1924 vermisst 1945; Schwerthöffer Hans geb. 1921 vermisst und sein Bruder Schwerthöffer Martin geb. 1923 vermisst; Teubert Peter geb. 1925 vermisst 1945; Zimmermann Johann geb. 1925 verst. 1945 Westfront;  Zimmermann  Anton (Theologiestudent) geb. 1922 verst. 1944 Budapest und sein Bruder  Zimmermann Josef geb. 1925  verstorben 1944 Serbien. 

Auch in Matscha hieß es im September 1944 nur fort von den Russen! Weiter nach Westen nach Westen, die nachdringende Rote Armee lag Ihnen im Rücken. Doch auch Sie blieben von den Schrecken des Krieges nicht verschont.
Bei Luftangriffen  umgekommen: Gessner Elisabeth geb. 1919 verst. 1945 Wien Mutter von 2 Kinder und Sohn Gessner Martin geb. 1937 verst. 1945 Wien; Karl Elisabeth geb. 1926 verst. 1945 Plattliing.


                  

 Am 23. August 1944 putschte die rumänische Regierung und die Armee wandte sich gegen Deutschland. Im Oktober/November 1944 legten die rumänischen Behörden Namenslisten aller arbeitsfähigen Deutschen aus Matscha an. Am 12. Januar 1945, in aller Früh, gingen rumänische Soldaten und Behörden in alle deutschen Häuser wo arbeitsfähige Personen wohnten, Männer zwischen 17 und 45 Jahren, Frauen von 18 bis 32 Jahren (es gab ungezählte Übergriffe nach unten und oben). Zuerst brachte man Sie in das ungeheizte Kastell. Am 15. Januar 1945 wurden Sie auf Pferdewagen, bewacht von je einen rumänischen Soldaten, ins nahe gelegene Curtici gebracht, wo  man alle in Viehwagons verfrachte in Richtung Osten. Die abfahrenden Züge wurden von Sowjetischen Militärs übernommen. In Kriwoj Rog in der Ukraine und Schmakowa  war dann Endstation. Hier starben in Folge von Hunger, Kälte und Krankheit 29 Personen.

 

„Zum Apell „ von Stürmer

Verstorbene durch Russlanddeportation: Eppel Georg geb. 1902 verst. 1947 Kriwoj Rog; Fackelmann Anton geb. 1903 verst. 1947 Kriwoj Rog ; Freisinger Anton geb. 1900 verst. 1947 Kriwoj Rog;  Freisinger Eva geb. 1924 verst. 1947 Kriwoj Rog und ihr Vater Freisinger Martin geb. 1901 verst. 1947 Kriwoj Rog; Freisinger Johann geb. 1900 verst. 1947 Kriwoj Rog; Freisinger Johannn geb. 1901 verst. 1947 Kriwof Rog; Freisinger Josef geb. 1902 verst. 1947 unbekannt/Russland ;  Freisinger Katharina geb. 1926 verst. 1947 Kriwoj Rog; Kilian Franz geb. 1903 verst. in Matscha  a. d. Folgen von Kriwoj Rog; Leiser Georg geb. 1924 verst. 1947 Kriwoj Rog; Lörinz Luise geb. unbekannt 1947 Russland; Messer Martin geb. 1900 verst. 1947 in Matscha a. d. Folge von Kriwoj Rog; Niedermayer Andreas geb. 1900 verst. Lager Zilion; Possmayer Anna geb. 1920 verst. 1947 Schmakowa und Schwestern: Possmayer Eva geb. 1925 verst. 1947 Schmakowa sowie Possmayer Katharina geb. 1927 verst. 1947 Schmakowa; Sandtner Adam geb. unbekannt verst. in Krowoj Rog; Sandtner Kaspar geb.1928 verst. 1945 Kriwoj Rog; Sandtner Martin geb. 1903 verst. 1947 Kriwoj Rog; Schneider Josef geb.1903 verst. 1950 a. d. Folgen Kriwoj Rog;Schneider Josef geb. 1903 verst. 1947 Kriwoj Rog; Schwerthöffer Josef geb. 1902 verst. 1947 auf dem Rücktransport in Maramuresch; Seiler Rosalia geb. 1926 verst. 1947 Schmakowa; Stark Georg geb. 1901. verst. 1947 Kriwoj Rog; Stumpf Michael geb. 1928 verst. 1947 Kriwoj Rog; Teubert Theresia geb. 1927 verst. 1947 Kriwoj Rog; Weldin Anna geb. unbek. verst. 1946 oder 47 Schmakowa; Weldin ? geb. Zöllner verst. in Russland.                                                                                          Der oben genannte Georg Leiser geb. am 31.03.1924 war tiefgläubiger Priesterzögling in Temeschburg. Er nahm seine Berufung zum geistlichen Amte so ernst,  dass er sich selbstlos in den Dienst des Nächsten stellte und freiwillig mit seinen Matschamer Landsleuten nach Russland ging. Über zwei Jahren spendete er Ihnen, trotz seiner jungen Jahre, Trost in einem namenlosen Elend. Er verstarb im Mai 1947. Seine Landsleute, denen er in größter Verzweiflung  Hoffnung und Halt gewesen war, sahen in ihm einen stillen Märtyrer. Nach seinem Tode verbreitete sich Hoffnungslosigkeit  und viele Matschamer starben noch im gleichen Jahr.


Matschamer Kriegsgefallene und Russland Deportations Opfer

 

Matschamer Kriegsgefallene und Russland Deportations Opfer

Nach Krieg Deportation und Enteignung begann in den 60./70. Jahren auch in Matscha ein kleiner Aufschwung  und man wusste wieder wie zu feiern. Dank des großen organisatorischen Engagements von Anton Haas, Theresia Stumpf als Schneiderin der Trachten und Rosalia Grama (Deutschlehrerin und Kulturarbeit) sowie vieler Jugendlichen, wurde 1973 zum ersten Mal nach dem Krieg wieder das traditionelle Kirchweihfest gefeiert.


Anna und Franz Fackelmann, Kirchweif 1974





Kirchweihbilder 1974














Rung Martin/Mondek Anna




Schmidt Anton/Schäffler Hedwig



Eisenbeil Elisabeth/Schäffler Hedwig




Fam.Rung/Mondek



Ende der 70ger mit Pfarrer Biringer



Anna Schäffler bei den Seras





Kath. Kirche Juni 2013

Matschamer Kastell Juni 2013



Bernhard Fackelmann                                                                               München, 2013

Im Auftrag
Kulturgemeinschaft „Die Samatimer“

Wer Bilder aus Matscha, mit kirchlichen und kulturellen Feierlichkeiten besitzt, bitte uns über bekannte E-Mail zukommen zu lassen. Vielen Dank für Eure Kooperation.