Donnerstag, der 02. April 2020
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Wallfahrtskirche Vierzehn Heiligen-Oberfranken

 

Liebe Landsleute,
der Vorstand der Samatimer HOG organisiert am 22. August 2020 eine Wallfahrt nach Oberfranken bei Bad Staffelstein, 36 Km von Bamberg entfernt, in die Wallfahrtskirche „Vierzehn Heiligen“. Die Basilika ist eine der schönsten Barockkirchen Bayerns und wird alle Wallfahrer begeistern. Vierzehn Heiligen ist der bekannteste Wallfahrtsort in Franken, zu der schon unsere Vorfahren vor der Auswanderung pilgerten. Unser Heimatpfarrer Adam Possmayer wird die Hl. Messe zelebrieren, Orgel und Organist bekommen wir vor Ort.
Der Vorstand der Samatimer HOG wird Busfahrten von Bietigheim und Augsburg organisieren. Auch für das Mittagessen werden wir einen Ort und Lokal in der Nähe reservieren. Hotels müssen selbst gebucht werden. Wir werden Ihnen einige Hotels in der Nähe mitteilen. Aus diesen Gründen bitten wir alle Interessierten sich bei Bernhard Fackelmann unter 015123010279; Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Homepage anzumelden. Um die Wallfahrt bestens zu organisieren, bitten wir auch um Informationen ob Sie mit Bus oder per PKW anreisen und auch ob Sie am Mittagessen teilnehmen.
Näheres zum Verlauf der Wallfahrt teilen wir Ihnen rechtzeitig mit.
Bernhard Fackelmann
Vorsitzender der Samatimer HOG.

 

Um das Jahr 1445 lebte auf dem Hof Frankenthal ein Junge namens Herman Leicht. Er war Hirte des nahegelegenen Zisterzienserklosters Langheim. Täglich zog er mit seinen Schafen an den nicht weit entfernten Staffelberg zum Weiden. Eines schönen Herbsttages, den 24. September, wurde Herman von einer Kinderstimme aus seinen Träumen gerissen. Er sah ein kleines Kindlein, weinend auf einem Acker sitzen. Als er auf das Kind zuging, um es aufzuheben, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen: Es lächelte und war plötzlich spurlos verschwunden. Einige Tage später führte ihn sein Weg wieder an dem Acker vorbei. Wie war er erstaunt, als er erneut ein Kindlein dort sitzen sah. Diesmal saß es aber nicht weinend da, sondern lächelte ihn freundlich an, zwei Kerzen, die ihn umgaben, spendeten ein strahlend helles Licht. Mit zitternden Knien ging er auf das Kind zu, aber wieder verschwand es vor seinen Augen. Nun beschloss er von seinen Erscheinungen zu erzählen. „Die Visionen gingen ihm nicht aus dem Kopf, so fasste er sich ein Herz und lief am Sonntagmorgen ganz früh zum Kloster. Dort schritt er zielstrebig zum Beichtstuhl von Pater Bernhard, einem freundlichen und aufgeschlossenen Geistlichen. Erstaunt hörte sich dieser Hermans unglaubliche Geschichte an. „Ich rate dir, wenn dir noch einmal das Kind erscheinen sollte, beschwöre es im Namen des Kreuzzeichens und frage, was es will“, sprach der Pater. Der Juni kam und im Kloster bereitete man sich auf den Festtag zu Ehren Peter und Pauls vor. An diesem Tag ging natürlich auch Herman nach Langheim. Ein Lichtschein schreckte ihn auf – und wieder ging das Licht von der besagten Stelle aus: Ein Kindlein – umgeben von vierzehn anderen Kindern, die alle mit halb-rot und halb-weißen Kleidern gekleidet waren; das mittlere Kindlein, welches etwas länger war als die anderen, glänzte wie die Sonne und hatte auf seinem Herzen ein rotes Kreuz. Herman beschwor die Erscheinung im Namen der Dreifaltigkeit. Darauf sprach das Kind: „Wir sind die vierzehn Nothelfer und wollen eine Kapelle haben und gnädiglich hier rasten: Sei unser Diener, so wollen wir hinwiederum auch deine Diener sein“. Ich muss sofort mit Pater Bernhard sprechen.“ Dieser war jetzt nicht mehr so ruhig wie früher. Aufgeregt fragte er den Jungen aus und erzählte ihm von den 14 Nothelfern, die bereits in der Nähe von Regensburg angerufen und verehret wurden. Anschließend sprachen sie mit dem Abt von Langheim darüber. Herman musste ihm versprechen die Visionen für sich zu behalten; der Abt zögerte und wollte sich zuerst mit seinen Mönchen besprechen. Einige Tage später sah er zwei brennende Kerzen schwebten vom Himmel herab auf den Acker. Schon bald ließ man an der Gnadenstelle ein hölzernes Kreuz errichten. Dem Abt blieb keine große Wahl, und so wurde schon im folgenden Jahr eine bescheidene Kapelle errichtet, deren Altar zu Ehren der Gottesmutter und der vierzehn Nothelfer geweiht wurde. 

Die Basilika Vierzehnheiligen

Die prächtige Basilika der 14 Heiligen befindet sich sechsunddreißig Kilometer entfernt von Bamberg – ein barockes Meisterwerk mit Weltruhm:

Die 14 heiligen Nothelfer sind drei Bischöfe, drei Ritter, drei Jünglinge, drei Jungfrauen, ein Abt und Christophorus mit dem Jesuskind. Die prächtigen Barockkirche Vierzehnheiligen ist die bekannteste Wallfahrtskirche Frankens. Sowohl die Kirche, als auch die Propstei wurden im Bauernkrieg 1525 Opfer der zornigen Bauern.
1543 weihte man eine neue Kirche, so dass die Wallfahrt weitergeführt werden konnte. Bischof Friedrich Karl von Schönborn ließ zwischen 1743 bis 1772 die heutige prächtige Basilika errichten. Zusammen mit dem Kloster Langheim wurde Vierzehnheiligen 1803 durch die Bayern säkularisiert, die Wallfahrt wurde sogar anfänglich verboten. Später wurde die Wallfahrt zunächst von den Dominikanern betreut, seit 1839 schließlich von den Franziskanern. 1897 wurde die Basilika von Papst Leo XIII. in den Rang einer „Basilika Minor“ – einer päpstlichen Basilika – erhoben.

Einmalig erhebt sich in der Mitte der Hauptrotunde prachtvoll – über dem Ort der Erscheinungen des Schäfers Hermann Leicht – der Gnadenaltar mit den Darstellungen der 14 heiligen Nothelfer – elegant im Sinne des Rokoko.

 

Geprägt wurde der fränkischen Barock von Balthasar Neumann. Er schuf die Wallfahrtskirchen Vierzehnheiligen, und die Würzburger Residenz. Neumann, der von 1687 bis 1753 lebte, war bereits 25 Jahre alt, als er sich erstmals mit der Baukunst befasste. Im Jahr 1719 wurde er im Alter von 32 Jahren mit dem Bau der Würzburger Residenz beauftragt. Die zwischen 1720 und 1744 erbaute Residenz war das Lebenswerk Neumanns.
Die 14 Schutzpatrone
Anfang des 14. Jahrhunderts breitete sich die Nothelferverehrung von Regensburg über ganz Deutschland aus. Vierzehnheiligen ist der bedeutendste Wallfahrtsort, an dem 14 Heilige verehrt werden: Georg, Eustachius, Achatius, Blasius, Dionysius, Erasmus, Cyriakus, Vitus (Veit), Pantaleon, Barbara, Katharina, Margaretha, Christophorus und Egidius.
Hl. Achatius: Soldat mit Kreuz und Dornenkrone
Patronat: Nothelfer in Lebensnöten; Nothelfer bei Streit um Gerechtigkeit.
Hl. Egidius: Mönch, Abt mit Stab, Hirschkuh mit Pfeil
Patronat: Vieh- und Hirtenpatron; hilft seelisch Bedrängten; Zuflucht der Sünder; Patron der stillenden Mütter
Hl. Barbara: Turm, Kelch, Hostie, Schwert
Patronat: Patronin der Bergleute, Bauleute, Architekten, Dachdecker, Maurer, Soldaten, Artilleristen; Hoffnung in Finsternis, Trösterin der Gefangenen; Beschützerin vor Gewitter und Feuersnot; Beschützerin vor einem jähen Tod.
Hl. Blasius: Bischof mit Stab, Mitra und zwei gekreuzten, brennenden Kerzen
Patronat: Helfer in Halsleiden; Patron der Ärzte, Weber, Wollhändler, Wachszieher, Schneider, Gerber, Blasmusiker; Vieh- und Wetterpatron; In Italien: Tierpatron.
Hl. Christophorus:  Jesuskind auf der Schulter, Stab oder Baumstamm in der Hand
Patronat: Patronat für ein christliches Tagwerk, Nothelfer in vielen Gefahren, Retter aus Wassernot; Schutzpatron der Schiffer, Flößer, aller Reisenden und Kraftfahrer; Helfer gegen einen unvorhergesehenen Tod.

 OBEN: Die 14 Heiligen Nothelfer

 

Es folgen die 14. Nothelfer aus der Basilika

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Hl. ACHATIUS
Er zählt zu den drei Soldaten- und Ritterheiligen. Seine Heimat war Kappadozien. Als Hauptmann und Oberst „primicerius“ des kaiserlichen Heeres aus Kappadozien erlitt er das Martyrium in der diokletianischen Verfolgung um 305. An seiner Hinrichtungsstätte baute man ihm eine Gedenkkirche.

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Hl. Dionysius
Als erster Bischof von Paris wurde der Hl. Dionysius (französisch: St. Denis) um 250 auf einem Hügel mit seinen beiden Gefährten Rusticus und Eleutherius enthauptet „Eher gebe ich meinen Kopf her, bevor ich meinem Glauben untreu werde“.
Seitdem heißt der Hügel „Berg der Märtyrer“ Montmartre.

 

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Hl. Cyriacus
Er gehört zu den Christen, die in den Lehmgruben und Thermen des Kaisers Diokletian Zwangsarbeit verrichten mussten. Als Erzdiakon von Rom leistete er karitativ unendlich Gutes für die Armen, half auch bestens unter den Mitgefangenen.

 

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Hl.Erasmus
Die Legende berichtet vom grausamen Martyrium des Bischofs von Antiochien in Kleinasien. Bei der Überfahrt mit einem Schiff nach Süditalien besänftigte er durch sein Gebet das Meer; so wurde er der Patron der Schiffer in Italien, Spanien und Portugal.

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Hl. Eustachius
Zeitlich ist der Hl. Eustachius als erster der 14 Nothelfer um das Jahr 100 einzuordnen. Im heidnischen Glauben erzogen diente Placidus als Oberst und Befehlshaber einer römischen Legion in Kleinasien. Nach seinem Sieg über die Perser soll ihm auf der Jagd ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih erschienen sein. Christus sprach zu ihm, er bekehrte sich mit der ganzen Familie und erhielt bei der Taufe den Namen Eustachius.

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Hl. Georg
Der Erzmärtyrer, wie er in der Ostkirche genannt wird, zeigt sich auf dem europäischen Kontinent in vielen Namensvariationen: Görg, Jörg, Jürgen, George, Schorsch, Igor, Juri. Sein Grab in Lod, dem biblischen Lydda, ist bezeugt. Dem Offizier wurden glänzende Versprechungen für seine militärische Laufbahn gemacht, wenn er Abstand nähme vom Christentum. Doch auch grausame Folterungen ließen ihn treu zu Christus stehen. Von Ägypten, Äthiopien und Syrien verbreitete sich sehr bald seine Verehrung über den ganzen Vorderen Orient.

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Hl. Katharina
Als hoch gebildete und außergewöhnlich schöne Königstochter verweigerte sie in Alexandrien/Ägypten tapfer das vom Kaiser verlangte Götzenopfer. Spielend obsiegte sie nicht nur über das vom Kaiser verlangte Rededuell mit 50 heidnischen Philosophen, sondern bekehrte sie auch noch alle zum Christentum. Der Kaiser übergab jene dem Scheiterhaufen, Katharina wurde in den Kerker geworfen, gefoltert und auf ein Rad gebunden. Dieses zersprang und so wurde sie mit dem Schwert hingerichtet. Der Legende nach trugen Engel ihren Leib auf den Berg Sinai, wo der spätere Kaiser Justinian ein Kloster errichten ließ.

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Hl. Margareta
Nach einer alten Legende wurde sie von ihrem Vater, einem heidnischen Priester, verstoßen. Weil sie die Schweine hüten musste, wurde sie die Patronin der Landleute. Wegen ihrer Schönheit begehrte sie der Stadtpräfekt von Antiochien und wollte sie zum Abfall ihres Glaubens zwingen. Im Gefängnis erschien ihr ein Drache, das Zeichen für das Böse. Das Kreuz in ihrer Hand und der Drache zur Seite besagen, dass Margareta in der Kraft des Kreuzes das Böse besiegt hat.

Hl. Pantaleon
Als geschätzter Leibarzt des Kaisers Maximilan half der hl. Nothelfer neben den körperlichen und seelischen Nöten vielen Armen mit seinem Vermögen. Im Orient zählt er zu den „Hagioi anargyrioi“, den unentgeltlich Helfenden. Diese Gruppe war im Orient quasi das Gegenstück zu unseren Nothelfern. Neidische Arztkollegen verrieten beim Kaiser, dass er Christ sei.
„Lieber sollen meine Hände verdorren, als dass ich sie zum Schwur der heidnischen Götter erhebe“, soll der überzeugte Christ Pantaleon gesagt haben. An einem Olivenbaum angebunden nagelten ihm seine Peiniger beide Hände auf den Kopf. Sterbend betete er noch für sie. Darauf geht sein Name „Panteleimon“ zurück.

Hl. Blasius
Zuerst Arzt, dann Bischof von Sebaste, floh er vor den Christenverfolgern in eine Höhle. Diese entdeckten ihn; er kam ins Gefängnis und wurde dort vielen zum Helfer und Tröster. So befreite er einen Knaben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, vor dem drohenden Erstickungstod. Der Blasiussegen an seinem Gedenktag geht auf diese Legende zurück. Blasius wurde von seinen Schergen arg geschunden: ein eiserner Kamm zerfleischte ihn. Schließlich ist er dann enthauptet worden.

Hl. Vitus
In der Kurzform Vitus steckt der Name Vitalis, der Lebenskräftige. Eine andere Form sind Veit oder Vit. Das älteste Zeugnis des jugendlichen Märtyrers aus Sizilien findet sich im Martyrologium Hieronymianum um 450. Seine Eltern waren Heiden. Er selbst wurde im Hause christlicher Eheleute getauft und erzogen. Sein Vater war erbost, als er von der Taufe seines Sohnes hörte. Die Legende lässt wissen, dass der Kaiser Diokletian den Jungen in den Kerker sperren ließ, obwohl jener dessen Sohn von der Besessenheit geheilt hatte.
In einem Kessel mit siedendem Pech beendete der 12jährige sein mutiges Christsein. So wurde der Kessel zum Kennzeichen des Heiligen.

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Hl. Ägidius
Eine Hirschkuh, die ihm Milch spendete, wurde auf der Jagd verwundet, suchte bei Ägidius Schutz und konnte von ihm gesund gepflegt werden. So wurde der Heilige auch der Patron für stillende Mütter! Als Mönch und späterer Abt des von ihm gegründeten Klosters wurde er vielen Kranken, Notleidenden und Ratsuchenden Helfer und Bruder. Ägidius, der einzige Nichtmärtyrer unter den Nothelfern, soll sich dort in die Einsamkeit zurückgezogen haben.

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Hl. Barbara
Stammt aus Nikomedien und wurde von ihrem Vater wegen ihrer außergewöhnlichen Schönheit in einen Turm gesperrt.
Als sie ihm gestand, Christin zu sein, schleppte sie ihr Vater vor den gefürchteten Statthalter, der sie wegen ihrer Glaubenstreue durch das Schwert hinrichten ließ. Vorher ernährte sie sich von der Hostie. Deshalb wird sie mit dem Schwert, Hostie und Kelch dargestellt. 

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Hl. Christophorus
Reprobus wollte als Riese nur dem Mächtigsten auf Erden dienen. Bald diente er als Träger Christus an einem reißenden Fluss, wo er einmal ein Kind an das andere Ufer tragen sollte. Mitten im Fluss wurde es so drückend, dass er fast zusammenbrach. Das Kind sagte: „Du hast nicht nur die ganze Welt getragen, sondern auch denjenigen, der die Welt erschaffen hat.“ Das Christuskind soll ihn dann selbst auf den Namen „Christus-Träger“ getauft haben. – Ihm, dem Starken und Mutigen, trauen wir uns in allen möglichen Gefahren an. Möge der Hl. Christophorus einmal alle gut hinüberbringen – ans andere Ufer…