Mittwoch, der 25. November 2020
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SANKTMARTINER KIRCHWEIH  

Am 11. November ist der Namenstag des hl. Martin. Er ist der Schutzpatron unserer Heimatgemeinde Sanktmartin. Ihn zu Ehren wurde unsere katholische Kirche geweiht. Martin von Tour wurde im Jahre 316 auf dem Gebiet des heutigen Ungarn, im damaligen römischen Sabaria, heute Szombathely, geboren. Im Alter von 15 Jahren ging er als Soldat nach Gallien. Später wurde er von Hilarus zum Bischof von Poitiers ernannt. Die Legende besagt, dass Martin, hoch zu Ross, am Stadttor von Amiens, einen frierenden Bettler traf. Diesem gab er die Hälfte seines Mantels. In der folgenden Nacht erschien ihm Christus mit jenem Mantelstück bekleidet. Er war es, der Martin als Bettler geprüft hatte. Im Jahre 371 wurde Martin auf Drängen des Volkes Bischof von Tours. Die Legende berichtet weiter, dass er sich im Stall versteckte, um der Wahl zu entgehen, doch das Schnattern der Gänse habe ihn verraten. Daher kommt der volkstümliche Brauch mit der Martinsgans. Martin starb am 8. November 397 in Candes-Saint-Martin bei Tours in Frankreich.

Das Denkmal des hl. Martin vor der katholische Kirche in Szombothely, erbaut auf den Grundmauern des Geburtshauses vom Martins Elternhaus.

Am 11. November, dem Tag des hl. Martin, feiern die Sanktmartiner ihr Kirchweihfest, dass seit den 1960er Jahren immer auf den darauffolgenden Sonntag fiel. Tage zuvor kam schon ein Ringelspiel (Karussell) ins Dorf und die Kinder liefen voller Vorfreude dem Bulldog (Ackerschlepper der Firma Lanz Bulldog) hinterher, der den Anhänger mit zwei Ringelspielen zog. Das Karussell mit Schaukeln wurde elektrisch betrieben und war mehr für Jugendliche gedacht. Das andere, mit Pferdchen und Wagen aus Holz, musste von Menschen angeschoben werden. Das machten meist Jugendliche, die sich ein Taschengeld verdienen wollten. Am Samstag kamen die Verkäufer mit Ihren "Schatras" (Verkaufsständen) und Schießbuden. Aus Sanktanna kamen die Lebkuchenverkäufer und die Halawitschka-Verkäufer. Spaß bereiteten den Kindern die mit Sägemehl gefüllten Bälle an einem Gummiband. Dieses Gummiband verwendeten die Jungs danach, um sich eine „Gumipuschka“ (Schleuder) zu basteln. Die „Trutschi Neni“ verkaufte für einen Leu verschiedene Kleinigkeiten als „Kotz im Sock“ (Katze im Sack) bei einer Art Tombola.

Das Fest wurde schon Tage zuvor vorbereitet; Für das Hauptessen wurden Wochen zuvor die Martinsgänse gestopft, geschlachtet und gebraten, Schneckali gedreht und als Suppe serviert, Gänseleber eine besondere Delikatesse paniert oder gebraten, Kapokanas am Vorabend gebacken.

Am Sonntag Vormittag versammelten sich alle Kirchweihpaare im Hause der Straußträgerin. Danach zogen sie mit Blasmusikbegleitung zur Kirche, wo sie am Festgottesdienst teilnahmen und der Kirchweihstrauß gesegnet wurde. Nach dem Mittagessen zogen alle Paare auf dem Feuerwehrplatz um den Strauß zu versteigen. Auf einem aufgestellten Weinfass standen zwei Kirchweihburschen die auf die Herumstehenden laut einredeten um den Rosmarinstrauß so hoch wie möglich zu versteigern. Der Pfarrer des Dorfes hatte in geheimen den Wecker zum ratschen eingestellt. Dem Strauß erhält derjenige