Mittwoch, der 25. November 2020
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Matschamer Kirchweih

Elisabeth von Thüringen ist in Ungarn geboren deshalb auch Elisabeth von Ungarn genannt war eine ungarische Prinzessin, deutsche Landgräfin, ist  Heilige  der katholischen Kirche und galt in Deutschland zeitweise auch als „Nationalheilige“. Der Namenstag der Landespatronin von  Thüringen und Hessen fällt auf den  19. November, den Tag ihrer Beisetzung. Landgraf Hermann von Thüringen starb 1217 und Sohn  Ludwig übernahm im Alter von 17 Jahren die Regentschaft. 1221 heirateten er und die 14-jährige Elisabeth in Eisenach. 1223 gründete das Ehepaar gemeinsam ein  Krankenhaus in Gotha und stattete es reichlich mit Besitz aus, aus dessen Einnahmen es sich langfristig finanzieren sollte. Die populäre Legende vom  Rosenwunder bezog sich ursprünglich auf Elisabeth von Portugal und wurde Elisabeth von Thüringen erst später zugeschrieben. Als Elisabeth mit einem Korb voller Lebensmittel, durch ein Tuch zugedeckt, auf dem Weg von der Burg hinab ins Dorf war, wurde Sie von Ihrem Gatte Ludwig gefragt was sich in ihrem Korb befand. Sie antwortete "Rosen, mein Herr". Ludwig missfiel Ihr Verhalten gegenüber dem Volk und schaute in den Korb. Statt der Brote und den Lebensmitteln fand er unter dem Tuch duftende Rosen. Sie steht im Widerspruch zur Darstellung des Verhältnisses der Eheleute in anderen Quellen. Nach den frühen Überlieferungen versuchte Ludwig lediglich die  exzessiven Selbstgeißelung und nächtlichen Gebete von Elisabeth einzuschränken. Konrad von Marburg weltlicher Priester hatte Ludwig von Thüringen dazu überredet, am  Fünften Kreuzzug Kaiser Friedrichs II. teilzunehmen. Die schwangere Elisabeth begleitete ihren Mann noch bis zur Grenze Thüringens und nahm erst dort von ihm Abschied. Ludwig zog über Hessen, Franken, Schwaben und Bayern nach Italien, um dort mit dem Kreuzzugsheer von Kaiser Friedrich zusammenzutreffen. Am 12. September, kurz nach der Einschiffung in Otranto, starb er an einer Infektion. Mit dem Tode ihres Ehemannes war Elisabeth der Person beraubt, die sie bislang vor offenen Konflikten mit ihren Verwandten, und den Vertretern des heimischen Adels bewahrt hatte. Laut Konrad war es Elisabeths Herzenswunsch, auf all ihren Besitz zu verzichten. Konrad wurde somit zum kirchlichen und rechtlichen Vormund der zwanzigjährigen Elisabeth mit kompletter Verfügungsgewalt über all ihre Belange und ihren Besitz. Elisabeth verließ daraufhin gemeinsam mit ihren unmittelbaren Dienerinnen die Wartburg. Den Winter 1227/28 verlebte sie unter entwürdigenden Umständen mittellos in Eisenach. Konrad wollte Elisabeth vollkommen vom Einfluss ihrer Familie isolieren; „Diese Anordnung traf Magister Konrad aber aus wohlgemeintem Eifer und mit Absicht. Er fürchtete nämlich, wir würden mit ihr über ihren früheren Glanz sprechen, und sie könnte dadurch in Versuchung geraten und ihm nachtrauern. Um sie zur Anhänglichkeit zu Gott allein zu führen, entzog er ihr jeglichen menschlichen Trost, den sie aus unserer Nähe hätte schöpfen können.“ Am Karfreitag 1228 legte Elisabeth schließlich in Anwesenheit von Konrad und einigen Franziskanern in der Franziskanerkirche in Eisenach ein erneutes Gelübde ab, in dem sie sich von ihrer Familie und ihren Kindern sowie allem Glanz der Welt lossagte und erneut bedingungslosen Gehorsam versprach. Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren. 

Bernhard Fackelmann
Vorsitzender der Samatimer HOG.