Donnerstag, der 20. Januar 2022
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Am 4. Dezember 2021 feiert Barbara Schmidt

ihren 100. Geburtstag in Markt Schwaben.

 

Ein erfülltes Leben
100 Jahre Barbara Schmidt

Wer kennt sie nicht! Barbara Schmidt wurde als zweite Tochter der Eheleute Stefan Schmidt und Barbara Stöckl am 4.12.1921 in Sanktmartin geboren. Weitere vier Brüder werden noch folgen. Die Jugendzeit von Barbara war nicht mit Rosen gebetet. Schon in den früheren Jahren musste Sie bei den reichen Bauern des Dorfes ihren Lebensunterhalt verdienen. 1938 kam Ihr Sonnenschein, Tochter Elisabeth, zur Welt. Der Tiefpunkt in ihrem Leben kam im Januar 1945, als Barbara Schmidt zur Zwangsarbeit nach Russland deportiert wurde. Harte Arbeit war sie ja gewohnt. Hier war Sie für viele eine große Unterstützung und Hilfe für Jene, die erkrankten und starben. Sterbehilfe in der letzten Stunde war Ihre Aufgabe, hatte Sie, wie viele auch ein Kind, dass wie alle anderen bei den Großeltern zurückblieb. Glaube und Hoffnung stärkte Sie in jener Zeit und war trotz allem noch ein Glückskind, Sie kehrte 1948 Heim. Es war die Zeit des Umbruchs, der Enteignung und politischer Willkür. Da es in Sanktmartin fast unmöglich war einer Arbeit nachzugehen, fand sie in Kurtitsch, bei der CFR-Rumänischen Eisenbahn, eine Stelle in der Kantine. Fleißig und ordentlich, immer mit einem Lächeln im Gesicht, wurde sie hier hochgeschätzt. 1959 starb ihre Mutter und die Geschwister baten sie nach Sanktmartin zurückzukehren, um ihren Vater zu versorgen. Das Ende der 1950ger Jahre, mit Beginn der 1960ger Jahre, war die Zeit des Umbruches in der Banater Landwirtschaft. Die seit 1949 gegründete und 1962 vollendete Kollektive war der Arbeitgeber in der Gemeinde. Mit der Gründung des Kollektiv-Kindergartens fand Sie hier, als erfahrene Köchin, ihren neuen Arbeitsplatz, den Sie bis zur Ausreise nach Deutschland tätigte. Um Mittag sah man Frau Schmidt ständig mit Kindern in der linken und rechten Hand, hinter ihr der ganze Tross von Kindern, vom Gemeinde-Kindergarten zum Kollektiv-Kindergarten ziehen, wo alle Kinder das tägliche kostenlose Essen einnahmen. Viele jener die damals dabei waren, erinnern sich noch heute an ihr Lächeln und die Umsorgung die Sie jeden einzelnen gab. Nach dem Mittagsschlaf und Spielen der Kinder gab es am späten Nachmittag auch noch eine „Jause“. Um alles in einer so großen Küche täglich zu bewältigen, musste natürlich Vorarbeit geleistet werden. Schweine und Geflügel schlachten, Nudeln machen, Gemüse, Tomatensaft einkochen, Gurken und Kraut einlegen und noch vieles mehr. Die organisierte Sie Jahrelang, natürlich auch mit Mithelferinnen aus den Reihen Verwitweter aus Sanktmartin. Glaube und Kirche waren für Sie immer an erster Stelle. Nach der Heirat Ihrer Tochter Elisabeth, mit Josef Fackelmann aus Matscha, begann für Barbara Schmidt eine neue Zeit, die Zeit der Großmutter, nach der Geburt der Enkelinnen, Arite 1963 und Bettina 1972 und später mit Urenkel Nico.
1982 siedelte Barbara Schmidt nach Deutschland um, wo sie bei Tochter Liesel und Enkelinnen in Marktschwaben lebte. Seit einigen Jahre lebt Sie umsorgt in einem Seniorenheim.
Der Vorstand der Samatimer HOG und alle Sanktmartiner gratulieren der Jubilarin recht herzlich zum 100. Geburtstag und wünschen Ihr viel Gesundheit und noch viele Jahre im Kreise Ihrer Lieben.


Bernhard Fackelmann
Im Auftrag der Samatimer HOG.

 

                                                     
                                                                    Wir gratulieren.