Montag, der 18. März 2019
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Weihnachten wie es früher war

 Franz Stark

 

 Schnee lag auf den Feldern,

soweit das Auge reicht,

„Kommt zu uns das Christkind? Wir hätten’s gern!

Doch die Mutter sagte nur, „Vielleicht!“

„Was soll’n wir denn nur machen,

damit sich unser Wunsch erfüllt?“

Wir trauten uns nicht mal laut lachen

und waren mit Angst und Vorfreude umhüllt.

Wir bürsteten unser Gewand schön sauber und fein

und putzten blitzblank unsere Schuhe.

Die Mutter sagte „Holt Holz herein!“

und schon war voll die Truhe.

Wir machten alles und zwar prompt,

damit das Christkind es auch sieht.

Wir wollen ja, dass es auch kommt

und nicht an unserem Haus vorüber zieht.

Die Tage wollten nicht vergehen,

bis endlich kommt der große Tag.

Wir wollten nur am Fenster stehen,

was Mutter aber gar nicht mag.

Der Vater war die meiste Zeit

in Werkstatt, Hof und Stall.

Wir Kinder wussten ja nicht Bescheid,

dass er Spielsachen bastelte, für uns all’.

Die Mutter nähte ganz versteckt,

man sollte es ja nicht sehen.

Eine alte Puppe wurde mit einem Kleid bedeckt

und sollte unterm Christbaum stehen.

Das Geld war knapp und Kinder gab es viele,

man konnte sich nur wenig leisten.

Von den Eltern gebastelte Spiele,

die erfreuten uns am meisten.

Wenn wir auch noch so wenig hatten,

aber gute Freunde irgendwo.

Es gab nicht nur Licht, es gab auch Schatten,

aber trotzdem waren wir alle froh.

Man spielte oft mit Sachen,

die heute unvorstellbar sind.

Man konnte auch noch lachen

und freute sich wie ein Kind.

Es kam der Abend, auf den wir uns so freuten,

mit Vater und Mutter warteten wir.

Draussen fingen die Glocken an zu läuten

und endlich hörten wir das Christkind vor der Tür.

„Liebes Christkind komm herein,“

wir rissen weit auf den Mund

Draussen leuchtete hell der Mondenschein

und vor der Tür lag nur der Hund.

Natürlich war die Enttäuschung groß

und während der Mond noch am Himmel wacht,

lag ich schlafend in Mutter’s Schoß.

Sie brachte mich ins Bett und sagte leise „Gute Nacht“.

In der nächsten Stunde ach welche Freud’,

im Zimmer ein schöner Christbaum stand.

Wir Kinder wurden wach und überglücklich heut,

dass das Christkind auch zu uns noch fand.

Unterm Baum so viele Sachen,

die uns das Christkind noch gebracht.

Wir konnten auch schon wieder lachen,

es wurde doch noch eine schöne „Heilige Nacht“.

Mutter und Vater lächelten nur

und jetzt geht in’s Bett schnell wie der Wind.

Es ist schon fast zwölf Uhr,

betet und danket unserem Herrn, dem „Christuskind “.

 

("Leise rieselt der Schnee" gespielt von Franz Stark.)