Montag, der 18. März 2019
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Auf dem Wege unserer Ahnen

 

Die lang geplante Reise auf den Spuren unserer Ahnen begann in Bietigheim, wo sich am 30. Juli um 5.00 Uhr morgens die ersten Sanktmartiner am Bahnhof einfanden. Der Weg führte weiter über Kirchheim Teck, Augsburg, München und Braunau, wo die letzten Sanktmartiner ihre Plätze einnahmen. Bernhard Fackelmann begrüßte alle Reisende, und erklärte das Programm der nächsten Tage. An der ungarischen Grenze, in der „Paprika“ Czardas hatten wir das Mittagsessen. Man konnte wählte zwischen Gulaschsuppe, Gänseleber, Rippchen, Schweineländchen und zum Schluss Palatschinten. (weitere Fotos am Anschluß_14.08.2016)

 

Gleich geht’s los.

Endlich wieder Gänseleber… und viel mehr

Ankunft im Hotel Coandi

Vor dem Hotel Coandi.

Nach dem Frühstück im Hotel geht es weiter nach Sanktmartin, wo wir von Josef Burger empfangen wurden. Über zwanzig Sanktmartiner, die mit eigenem Fahrzeug angereist sind, wurden ebenfalls von allen begrüßt. Pünktlich um 11.00 Uhr läuteten die Heimatglocken zur Hl. Messe, zelebriert vom Pfarrer Andras Zilagi, der mit zwei Ministranten aus Dorobanti angereist war. Pfarrer Zilagi war im Urlaub, nahm sich aber Zeit um diese Hl. Messe zu zelebrieren und uns zu begrüßen. Musikalisch begleitete Burger Josef mit mehreren Sängern die Hl. Messe. Am Ender der Hl. Messe wurde der Blumenkranz für die Sanktmartiner Verstorbenen vom Pfarrer Zilagi geweiht.

Auf dem Weg zum Friedhof: Schule und Haus Stöckl.

Vor dem Haus von Bernhard Fackelmann; ein Zwetschenbaum steht noch.

Andreas Messer vor seinem Haus mit den neuen Eigentümer.

Nach dem Besuch im Friedhof folgte das Mittagsessen. Da es in unserer Heimatgemeinde keine Möglichkeit zum Essen gibt, hat unser Landsmann Johann Hubert Wochen voraus Besteck, für alle angemeldeten Sanktmartiner nach Sanktmartin versandt. Gleichzeitig besorgte er 25 Kg Mici, mehrere Kästen Bier, Tomaten, Käse, Paprika, Kaffee. Die Familie Tutea (Faur Juliana), mit vielen Helfern, nahm sich der Herausforderung an. Sie besorgten Bänke und Tische, grillten, taten das Beste zu unserer Verpflegung. Unser Dank geht an allen Altrumänen die ihre Hilfe für diesen angenehmen Tag eingesetzt haben.

Begrüßt wurden die Sanktmartiner vom neu gewählten Bürgermeister aus Matscha, Herr Otlacan mit Familie und dem orthodoxen Priester Prun von Sanktmartin .

Bernhard Fackelmann begrüßte, in rumänischer Sprache, den neuen Bürgermeister

Otlacan, den orthodoxen Priester, so wie alle Altrumänen mit den Worten „Azi am pus o noua piatra de temelie intre noi Sinmartani bastini si voi veniti dupa 1945“. Heute haben wir einen neuen Grundstein zwischen den Beziehungen zwischen uns den Altsanktmartiner und den Sanktmartiner die nach 1945 kamen. In seiner Rede erwähnte er auch, dass das nicht immer so war, wir haben nebeneinander und nicht miteinander gelebt. Die Gründe sind uns bekannt. Russlanddeportation, Enteignung, Staatenlosigkeit 1945 haben dazu geführt, dass wir zwar den gleichen Weg gingen aber auf zwei unterschiedlichen Spuren.

Gleichzeitig erzählte er die Geschichte unseres Ortes, den die Rumänen noch nicht kannten. Zum Bürgermeister zugewandt erklärte B. Fackelmann, dass wir Sanktmartiner nur ein Anliegen hätten und das ist der Friedhof. Hier ruhen alle unsere Vorfahren den ewigen Schlaf. Vandalismus ist hier am falschen Platz. Unsere Bitte; die Gemeinde sollte alles tun um diese Zerstörung von Gräbern und Stationen zu beenden. Gleichzeitig sollte man den Lehrkräften der Gemeinde mitteilen den Jugendlichen zu erklären, dass Sie und ihre Familien in deren Häuser wohnen die im Friedhof ihre Ewige Ruhe gefunden haben. Am Ende seiner Rede gab er dem Bürgermeister das Buch „Historia Domus die Ortsgeschichte Sanktmartins von 1724 -2015“.

Bürgermeister Otlacan bedankte sich für die Rede von Fackelmann mit dem Versprechen das Buch in der Matschamer Bibliothek abzugeben, damit alle Interessierten für die Geschichte unseres Dorfes einen Einblick erhalten. Der ortodoxsische Pfarrer, der seit Monaten die Geschichte unseres Dorfes niederschreibt, bedankte sich ebenfalls und erklärte, dass die nächsten Wochen dieses Geschichtsbuch bei Ihm sein wird. Er möchte die Altrumänen und Neubürger mit einer Broschüre über unsere Geschichte aufmerksam machen.

Viele Altrumänen bedankten sich bei Fackelmann für die ausführliche Rede, die für Sie unbekannte Sanktmartiner Geschichte und vor allem, dass sich endlich einer gefunden hat der über das heikle Thema des „Zusammenlebens“ nach 1945 frei sprach.

Bürgermeister Otlacan brachte aus seinem Melonenfeld mehrere Melonen mit, die   vorzüglich geschmeckt haben und von allen lobend gewürdigt wurden.

Es folgte ein gemütliches Beisammensein und für viele auch der Besuch des noch verbliebenen Dorfes. Am Abend nahmen wir Abschied von Bekannten, vom den Gastgeber, Kirche und Friedhof. Für so manche war es ein Abschied für immer.

Am zweiten Tag ging die Reise über Kisenö nach Elek und Gyula.

Hier trafen wir den Eleker Bürgermeister. Er erklärte uns, dass die Kirche leider renoviert wird, was uns nicht störte, den zumindest der Altar war schon fertig. Theresia Stöckl betete hier für alle Verstorbenen Elekern und Sanktmartiner.

Das Eleker Rathaus.

In der Eleker Kirche.

Gegenüber der Eleker Kirche steht das Denkmal für die Vertreibung

der Eleker nach dem zweiten Weltkrieg.

Im Eleker Friedhof.

Vor dem Denkmal „Russlanddeportation“ im Eleker Friedhof.

Vor der Burg zu Gyula. Hier residierte Johann Georg Harruckern in den Jahren

1718-1724.

Das Schloss der Harruckern in Gyula gegenüber der Burg, erbaut Ende der

1720ger Jahre.

Die rumänische Kirche in Gyula.

Die Büste Dürers vor der rumänischen Kirche in Gyula. Dürers Vater stammte

aus Gyula.

Die deutsche Katholische Kirche von Gyula, erbaut 1775 von Franz von Harruckern

der auch unsere erste steinerne Kirche in Sanktmartin 1756 erbauen ließ.

Das Wappen der Harruckern an der Kirche von Gyula mit dem

Vermerk des Erbauers.

Das Innere der Deutsch/Kath. Kirche in Gyula.

Auf dem Harruckern Platz in Gyula.

Schloss Wenkheim; Franz von Harruckern hatte zwei Töchter und keinen männlichen Erben. Mit der Heirat der Töchter mit dem Grafen Karoly und hier mit dem Grafen von Wenkheim ist der Name Harruckern ausgestorben.

Mit der Reiseführerin durch Schloss Wenkheim.

Eintragung im Schlossbuch.

Beim Gwirtsbischl ( Geweiht Büschel) sammeln.

Beim Mittagsessen in Gyula.

Wallfahrtskirche Maria Radna

Am 2. August fand um 11.00 Uhr die deutsche Wallfahrt nach Maria Radna statt. Das Pontifikalamt wurde zelebriert von seiner Exzellenz Dr. H. C. Martin Ross, Bischof von Temesvar. Musikalische Begleitung: Stadtkapelle Trostberg, Leitung: Sepp Maurer, Orgel: Dr. Franz Metz, Violine: Dr. Johann Fernbach. Am 2. August fuhren wir nach Maria Radna zur diesjährigen deutschen Wallfahrt. Vom Arader Hotel bis zur Wallfahrtskirche beteten und sangen alle Wallfahrer, voran Theresia Stöckel, die uns bekannten Gebete und Lieder.

Einzug: Bischof, Geistliche und Fahnenträger.

Predigt des Bischofs.

Nach der Hl. Messe, Interview mit dem deutschen Fernsehen aus Rumänien.

Gemeinsam vor dem Gnadenbild der Muttergottes von Maria Radna.

Nach der Wallfahrt gab es noch Zeit um die Stadt Arad zu besichtigen. Anbei Bilder.

Beim gemeinsamen Essen im Restaurant „Transsilvania“ in Arad.

Bei der „Libelula".

Neuarader Brücke und Kirche.

 

 

Vor der Heimfahrt, auf der „piatamica“ in Arad.

Nach dem Besuch im Temesvarer Dom geht es weiter durch das Herz des Banats über Biled, Alexanderhausen, Lovrin, Großsanktnikolaus, Ceanat   nach Mako und Nachhause.

Eine unkomplizierte und schmackhafte Esspause, mit viel Liebe zubereitet

von unserem Landsmann und Fahrer Martin Freisinger mit Frau.

Weitere Fotos:

Es war eine beeindruckende Reise, die vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir haben viel Neues gesehen, wie Elek, Gyula und die Fahrt durch das Banat.

Der Vorstand der Samatimer HOG bedankt sich bei allen Helfern die durch Ihren Einsatz zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben.

                                

Fotos: B./W. Lustig; F. Mülleck; A. Mahler; J. Fackelmann

 

Bernhard Fackelmann

HOG Vorsitzender