Freitag, der 22. März 2019
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Allerheiligen ist der Tag wo wir an unseren Verstorbenen in der alten Heimat, hier in Deutschland und auf der ganzen Welt gedenken. Unsere Ahnen liegen weit weg in unseren Heimatfriedhof verlassen, allein. Alleine? Dieses Gedicht sagt was anderes.

Die Glitschn im Herrgott san Goatn



  Die Glitschn bliehn nuch immer tuat, wu alli Samatimer sei long schu furt,
   
  wo alli Haiser stehn heint leer, die Glitschn blien im Blietenmeer.
   
   
  Die Glitschn hots nit intressiert, das aner nochn ondern geht,
   
  die Glitschn werds durt immer gem, die Glitschn was zu iwerlem.
   
   
  Mir mes’n heit ja Donksche song, fer des wos sie fu uns gaton,
   
  am Grob, wo kaner kummt mer heiln, hot sie an Plotz g’funa zum Verweiln.
   
   
  Hot des der Samatimer sich mol gadenkt, das uns a Glitschn soviel schenkt,
   
  die Ahnengräwer sie heit ziert und a die Hoffnung nie verliert?

  Weil jeds Joahr kummt sie afs Nei, af jed’n Grob is sie dabei,
   
  die Samatimer Gräwer sei gapflekt, der Wind iwer die Glitschn weht.
   
   
  Die Glitschn losst sie nit vertreim, sie ghert durtno und wird durt bleim,
   
  sie blieht am Grob und will uns sogn, ich bin fa eiri Ahnen do.
   
   
  Ich brat mi aus, ich bleib so rot und ich bleib to, ich geh nit furt,
   
  ich werd mi jeds Joahr vermehrn, holt eier Gräwer gern in Ehrn.



Gedicht von Anneliese Zagolla, geboren in Perjamosch erschienen in  
(www.schwowekind.de) ins Samatimerischi  iwersetzt vun             
Bernhard Fackelmann.