Dienstag, der 19. März 2019
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Kirwa Gedicht

 

 

              

 

                                   Samatim Kirwa

 

( dieses Zeichen wird wie das rumänische Ᾰ ausgesprochen)

Wenn Spinnwehm iw Samatin fling -- af d Gossn die Blätter ling

Donn is Advent nimmer weit -- und to dmit di Kirwazeit.

Die Kirwa is seit je und vor -- uns all‘ d schensti Toch im Joar.

Doch woar des nit nuar pures Glick -- erinnen mir uns blos zuruck.

 

Wenn spot der Monn kummt fu d Bohn -- noh hot er a nuch viel zu ton.

Den Wein abzieng, die Floschn filln, -- wos richtn fier sich ozuzing,

n Hof, Stoll, die Gossn kehrn -- die Schwei nuch schlocht‘n und transchien,

s Holz kla hockn und ufschichtn -- und a poar Schnopsfloschn nuch richt‘n.

 

Doch so a oawad mocht a Freit, -- weil Sundoch was m gonz parat,

Die Kirwagest, die grod sei kumma -- und fiert sie in die Zimmer ruma.

s wird a pisla Sisli gess’n -- bis Zeit is don fier die Hl. Mess‘n.

Wucher a grot die Musich geht rum -- mit Kirwamadli und Kirwapum.

 

Die ozuschaua, is a Procht -- in ihra Samatimer Kirwatrocht.

Die Vortänzer geh voraus -- mit an bunt‘n Kirwastrauß.

Mit Rosmarei und onkazong -- sowie a Pupn nit glong.

Die Leit steh an d Kirich und schaua -- mit ufgrissani frohi Aua‘

 

In Samatin is jetzt Kirwafest -- a Bild des wu m nit vergesst.

Die Madli geh to stolz newer anonder -- und ani is schen wie die ond.

Mit Seidanan Holztuch, Seidanan Rock’l -- grod wie a wund schena Gock‘l.

So san sie durch‘s gonzi Duarf grauscht, -- Fu die Unterreck gonz aufgapauscht.

 

Die Kirwapum new ena -- maschiern mit ihri Schena

Hoch aufkaputzti Kirwahit -- mit Flittergold besetzt und mit

Zwa longi seidni Bänd tro -- die trong an Hut sowie a Kron,

Weil der hot ja so hagli’h -- rauskaputzti Kirwamadli.

 

Die Musich di kummt hint‘n noch -- so zwonzich Monn gleich onkazong.

Die Instrument‘n blitzn hell -- a stromi Samatim Kapell‘.

Wenn die an flot‘n Marsch eischlong -- Wer‘n Heimatklänge mitgatrong.

Wie hot m sich darauf schu gfreit -- und fu d Kirwa vorpareit.

 

Die Pamer gweislt und die Stell -- die hinderi Kuchl der Stoll schnell,

Die Stum gweiselt und a n Gong -- den Sockl gstrichn den Zau di Bonk.

Den Goartn hot m mes‘n hockn -- und Sisli und Tuartn bockn.

Die Kirwareck in Foltn glecht -- s Holztuch bechln, Hoar eidrehn,

 

n Kokosch schlochtn, Nudln mochn -- und so monchi ondri Sochn.

Die Weibsleit hom to offert s meist -- im Haus und in d Kuchl gleist.

Und Wuchn long hom sie sich gfrett -- fu Muaring Fruh bis Owad spät.

Is des a wunderschen Toch -- wie extra fier des Fest g‘mocht

 

As kumma Leit fu alli Seitn -- Die Musich spielt die Glockn leitn.

An Juxer hert m hi und to -- die Kirwamadli die sei froh,

Die Mod, Großmod alli Leit -- Kirwa, Kirwa hom m heit.

Is gech Mittoch‘s Hochomt aus, -- no sommeln sich olli Leit drauss

 

Tzähln nuch und woartn, bis -- d Kirwazug don weit is.

Noch Ham schlong olli den Wech ei’n -- mit‘n Essen woart tut die Kathrei‘n.

s Bradl schmeckt und a d Wein -- die Turtn kennt nit besser sei.

M esst bis nix mer nei tut passn -- no spielt schu Musich af d Gossn,

 

Und olli eiln zum Wirtshaus schee’n -- und jeder will den Vortanz seh‘n.

Und nochher wenns mol richtich gilt -- wird gsunga, gjugst, gatrunkn, gadrillt.

Zwa Tech geht’s af d Kirwa schee -- bis don die Gäst a wied gee.

 

 

Ins Samatimerisch von Bernhard Fackelmann

(Aus dem Schwäbischen von Franz Frombach)