Mittwoch, der 25. November 2020
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Liebe Landsleute,

 in schweren Zeiten wie diese, beginnen wir wieder mehr über uns und die Gemeinschaft nachzudenken. Vielerorts wird streng getrennt, was eigentlich zusammengehört: Familien, Generationen, Volksgruppen und Gemeinschaften. Zum ersten Mal in der Geschichte des christlichen Abendlandes wird es den meisten Europäern verwehrt sein, zu den Ostergottesdiensten zusammenzuströmen. Mehr Menschen als sonst werden ausgerechnet an diesem höchsten christlichen Fest, dass an die Auferstehung erinnert, einsam sein oder unter Trennungen leiden. In den letzten 30 Jahren, nach dem Fall des Kommunismus, hat sich manches in unserer alten Heimat verändert. Wir können ohne jede Grenzkontrolle wieder nach Banat/Sanktmartin reisen, um dort den Wurzeln unserer Vorfahren nachzuspüren, Erinnerungen aufzufrischen, neue Freundschaften und Netzwerke zu beginnen, unsere einzigartige Landschaft wiederzuentdecken, oder im Fall der Jüngeren die Kultur der alten Heimat neu zu entdecken, sowie an Wallfahrten und Heimattreffen in der Heimat teilzunehmen. Das alles ist derzeit nicht möglich. Niemand kann ernsthaft bestreiten, dass es nötig ist, für die Überwindung der akuten Krise Opfer zu bringen. Gerade deshalb ist es aber auch unverzichtbar, unsere Gemeinschaft noch intensiver zu leben als bisher. Heimatpriester im Banat und auch hier bei uns, veranstalten Gottesdienste mit leeren Kirchen. Die uns bekannten und gern besuchten Karfreitagsmessen bleiben dieses Jahr leer. Auch das Färben der Ostereier in der Großfamilie ist leider nicht möglich. Unser wichtigstes Instrument, um den Zusammenhalt der Volksgruppe aufrecht zu erhalten, ist die Samatimer Homepage und die Banater Post, die jede zweite Woche über die reiche Kultur und das vielfältige Leben unserer Volksgruppe hier und in der alten Heimat berichtet, aber auch über grenzüberschreitende Projekte, geschichtliche und heimatpolitische Tatsachen sowie über vieles Vergnügliche. Weil der Heimattag an Pfingsten in Ulm nicht stattfinden kann, sind diese Informationen unverzichtbar, um über alles Wesentliche und Interessante zu unterrichten sowie nach außen hin unsere kraftvolle Stimme zu sein. Selbstverständlich werden wir Euch weiterhin auf unserer Homepage über die neuesten Ereignisse informieren. Es gibt aber Licht am Ende des Tunnels. Wenn es möglich ist, werden wir am 22. August unsere Wallfahrt nach 14. Heiligen organisieren und Euch rechtzeitig informieren. Auch einen Samatimer Owad im November, wenn möglich, ist geplant. Für Pfingsten nächsten Jahres ist dann wieder ein großes und buntes Samatimer Heimattreffen in Augsburg geplant. Entscheidend auf dieser Wegstrecke wird aber sein, dass wir den Mut und den Zusammenhalt nicht verlieren. Dankenswerterweise haben etliche unserer Amtsträger schon damit begonnen, Tag für Tag einige ihrer Mitglieder anzurufen und das persönliche Gespräch zu suchen, denn viele brauchen, gerade jetzt, einen aufmunternden Zuspruch. Wir alle sollten es ihnen gleichtun, denn der Unterschied zwischen einer Institution und den Samatimer Landsleuten ist die Gemeinschaft.

Liebe Landsleute, Ostern steht vor der Tür, das Fest der Wiederauferstehung Christi. Möge Euch das österliche Licht leuchten!

Der Vorstand der Samatimer HOG wünscht Ihnen und Ihren Familien frohe Ostern, Gesundheit und Gottes Segen.

 

Bernhard Fackelmann

Vorsitzender der Samatimer HOG