Sonntag, der 25. Oktober 2020
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Das Sanktmartiner „Dürerbild“

Die Grafen Wenckheim, Nachfahren der Harruckern, sind mit der Geschichte Sanktmartins eng verbunden. So ist es nicht verwunderlich, dass Anna Gräfin von Wenckheim die Urenkelin unseres Lehnherrn J. G. von Harruckern, Enkelin von Franz von Harruckern Erbauer unserer ersten Steinerner Kirche, dieser, 1842 ein Ölgemälde, die „Kreuzerhöhung Christi“, schenkte. Dieses Bild wurde später von den Sanktmartinern als eine Arbeit von Albrecht Dürer angesehen. Diese Vermutung steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem Wohnsitz der Wenckheim in Gyula und der Nähe zu Ajtos, dem Geburtsort von Albrecht Dürers Vater. Seit 1842 hing das Bild in der Kirche, zeitweise in der Sakristei und ab 1972 im Pfarrhaus. Es hat eine Größe von 76 x 65 cm, ist auf Holz gemalt und stellt die Kreuzigung Christi dar. Der „Historia Domus“ von Sanktmartin ist zu entnehmen, dass der Monograph Márki Somoghi davon ausgeht, das Werk stamme von Albrecht Dürer (1471-1528) oder von einem seiner Schüler. 1922 untersuchte der ungarische Kunsthistoriker Derey das Gemälde und widerlegte diese Annahme. Annemarie Podlipny-Hehn, Museologien am Banater Museums, untersuchte das Gemälde 1971. Sie war der Auffassung, dass es sich nicht um eine Dürer-Bild handeln kann und auch nicht um eine Arbeit aus dem Umfeld des Meisters. Uns Sanktmartinern bedeutet dieses Bild jedoch viel und wir betrachten es als einen wahren Schatz. In den 1980er Jahren wurde das Bild auf regional kommunistischer Anweisung ins Arader Museum überführt. Anscheinend wurde das Bild auf einen höheren kulturellen Wert geschätzt. Nach der Wende wurde das Bild an der Temeswarer Diözese übereignet, und hängt nun im Museum des Bischöflichen Ordinariats in Temesvar. Einen Besuch hier Lohnt sich.